Posts mit dem Label Muschelessen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Muschelessen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 12. Mai 2008

Gedanken zum Ende

Das offene Ende hat mich zwar nicht verwundert und dennoch hätte ich gerne einen klareren Abschluss gehabt.
Denn als am Schluss das Telefon klingelt wird fast unmerklich Spannung aufgebaut, welche dann relativ schnell zunichte gemacht wird, indem niemand ran geht. Das hat mich ein wenig enttäuscht.
Doch das symbolische Entsorgend der Muscheln war durchaus ein wohl gewähltes Ende. Ich denke damit wurde gezeigt, dass die Mutter nun wirklich fertig ist mit ihrem Mann, dass sie ihr Leben wieder leben möchte und weiterhin nicht mehr als unscheinbarer Geist umherirren möchte.
Doch die Mutter hat sich auch schon früher den Befehlen des Vaters entzogen, zum Beispiel bei der Wahl ihrer Kleidung.
Allerdings kommen diese Dinge, wie die Familie wirklich empfindet und wie sie unter dem Vater leiden, erst beim übermässigen Alkoholkonsum und durch Abwesenheit der dominierenden Person ans Licht. Sonst hätten sie sich wahrscheinlich gar nicht richtig getraut über ihre wahren Gefühle und Wünsche zu sprechen.
(Interessant fand ich allerdings auch, dass der Vater nach dem Tod seiner Mutter doch nach Emotionen gezeigt hat, was ja eigentlich sehr unüblich für ihn war.)
Ich denke ein Grund für das „Fehlverhalten“ des Vaters war die Erziehung, welch er während der DDR bekommen hatte, allerdings soll das keineswegs eine Entschuldigung dafür sein.
Das offene Ende lässt einem nun natürlich viel Freiraum für eigene Gedanken. Ob der Vater wirklich nicht mehr zurückkehrt, oder er einfach mit viel Verspätung eintrifft ist wohl die meist gestellte Frage. Und wenn er zurückkehrt, kann die Familie trotzdem aus dem goldene Käfig entkommen oder verfällt sie wieder in die alte passive Haltung?
Das alles nimmt mich sehr wunder.

Alles in allem fand ich das Buch nicht schlecht. Allerdings ist mir der Stiel der Autorin, welcher mir anfangs noch zugesagt hat, je länger ich las, umso mühsamer und ermüdender vorgekommen. Und wie bereits erwähnt gefällt mir das Ende auch nicht sonderlich.

2. Beitrag

Je mehr die Kinder und die Mutter vom Familienoberhaupt erzählen, desto unsympathischer oder gar abstossender kommt er einem vor. Zumindest geht es mir so. Sein tiefsitzendes Verlangen nach einer perfekten Familie ruft einen zwanghaften Kontrolldrang in ihm aus.
Er fühlt sich für jede Tat welche ein Familienmitglied begeht verantwortlich und möchte alles unterbinden, was führ ihn als nichtakzeptabel gilt.
Ich finde es vor allem schlimm, wie die Familie unter den krankhaften Vorstellungen des Vaters lit. Der Sohn als Beispiel dufte ja all die Dinge, welche er wirklich gerne tat, nicht ausüben, da sie für den Vater als zu feminin galten und damit unschicklich waren.
Auch die Mutter, welche in ländlicher Umgebung aufgewachsen ist, darf keine Blumen oder derartiges aufstellen. Und obwohl sie völlig unterdrückt wird, nimmt sie ihren Mann mehrmals kurz in Schutz, als die Kinder sich in Rage redeten. Sie wollte ihnen nahe bringen, dass sie sich auch mal in ihn hineinversetzten sollten, denn schliesslich hatte er kein einfaches Leben und möchte nur „das Beste“ für seine Familie
Auch die gemeinsamen traditionellen Familienausflüge endeten meistens in einem Desaster. Denn sobald ein Familienmitglied etwas tat, was dem Vater nicht gefiel, wurde er wütend und die Stimmung war dahin.
Oftmals schlug der Vater seine beiden Kinder, um sie zu mässigen und ihnen ein ordentliches Verhalten beizubringen.
Seine erziehungstechnischen Massnahmen sind für mich nicht nachvollziehbar, das liegt vielleicht aber auch daran, dass die Geschichte während einer anderen Zeig gespielt hat.

Nun nimmt es mich wunder, wie die Geschichte weiter geht und ob sich die Familie vielleicht aus der emotionalen, sowie finanziellen Abhängigkeit des Vaters lösen kann.